Ocarina - Stimmsysteme und Grifftabellen

(c) E. Stennes-Falter

Ocarinas werden in vielen Formen und Größen gebaut. Entsprechend vielfältig sind auch die Griff- und Stimmsysteme.

 

Hier werde ich nach und nach diejenigen beschreiben, die ich im Laufe der Zeit bei meinen selbst gebauten und gesammelten Instrumenten herausgefunden bzw. kennengelernt habe.

letztes Update 19.06.2016

Vergleichstabelle für Pendant-Okarinas

Zum besseren Verständnis der Tabelle bitte weiter unten die detaillierteren Darstellungen ansehen.

Angekreuzt wurden die Töne, die mit voller Lochabdeckung spielbar sind. Durch halbe Lochabdeckung können zusätzlich fehlende chromatische Stufen erarbeitet werden. Durch Absenkung des Blasdrucks und Randabdeckung des "Fensters" können Tonstufen unterhalb des Grundton (1) intoniert werden.

Bei der amerikanischen Maximised Pendant-Okarina (hier noch nicht gelistet) können diese tiefen Töne mit Hilfe der zusätzlichen Grifflöcher gezielt angespielt werden.

 

GL = Grifflöcher; 

h = Griff enthält ein halb abgedecktes Loch; 

x = Griff mit voll abgedecken Löchern

DoL= Doppelloch > eines der Grifflöcher ist als Doppelloch gearbeitet; das zweite Loch wird in dieser Liste nicht mitgezählt

Die Links führen zu Blogeinträgen dieser Webseite.

Okarina GL    

#1

b2

 

#2

b3

   

#4

b5

 

#5

b6

 

#6

b7

   

#8

b9

 

#9

b10

 
    7 1   2   3 4   5   6   7 8   9   10

Tier-Ok

Rotter

4   x h x x x x x x x x              

englisch

Langley

Blockar.

4   x  h x h x x x x x x x x x        

englisch

Langley

6   x x x x x x x x x x x x x x x    

Mozart

Mini

Rotter

6   x h x h x x x x x x x x x x x x x

Lietsch

1 DoL

6   x x x x x x x x x x x x x        

Houkes

1 DoL

6   x x x x x x x x x x x x x x x    

Muschel

Rotter

7   x h x x x x x x x x x x x        

Lietsch

1 DoL

7  x x x x x x x x x x x x x x        

Vogel

Rotter

u.a.

8   x  h x x x x x x x x x x x x x    

Vergleichstabelle für Travers-Okarinas


Eine Tabelle für Travers-Ocarinas würde leider zu breit. Ein entsprechendes PDF ist in Arbeit.

4-Loch Ocarinas

Bei 4-Loch Ocarinas gibt es mehrere voneinander abweichende Stimmsysteme.

Das englische System von John Taylor

Songstone John Langley Ocarinaworkshop
Songstone von John Langley

Das von dem englischen Mathematiker John Taylor entwickelte "English fingering" ermöglicht eine Tonleiter von 8 Stufen zuzüglich chromatischer Zwischenstufen. Die überraschend große Zahl an Tonstufen ergibt sich aus der Vielzahl von Kombinationsmöglichkeiten der vier unterschiedlich großen Löcher.

Für dieses Griffsystem las ich mal irgendwo die Bezeichnung "Kreuzgriffe" oder "Kreuzgriff-System".

Wenn man eine in diesem System gestimmte Ocarina das erste Mal ohne Zuhilfenahme einer Griffschrift zu spielen versucht, ist die Vielzahl der sich aus den Griffkombinationen ergebenden Tonstufen zunächst etwas verwirrend. Hat man aber den Einstieg geschafft, macht es schon bald viel Spaß, mit diesem System zu musizieren.

Die tiefsten chromatischen Stufen werden mit halb abgedeckten Löchern gespielt.

Das Griffsystem der Pendant Ocarinas mit 4 Löchern im "English Style" (auch "English Crosfingering" genannt), wurde von mehreren Herstellern aufgegriffen und zum Teil weiter entwickelt. Die englischen 4-Loch-Okarinas werden in vielen Formen und Farben gebaut. Man findet sie oft in C-Dur, bei manchen Herstellern aber auch in verschiedenen anderen Tonarten.

 

Notation

Für Einsteiger ist die Griffbildnotation eine große Hilfe. In meinen Notenbüchern werden normale Notenschrift und Griffbildnotation kombiniert.

Notenhefte / Lehrbücher passend zum Griffsystem

Titelblatt Blockarina-Fibel
Blockarina-Fibel (c) Richard Voss - Abbildung mit freundl. Genehmigung des Musikhaus Voss

Sowohl die Sopran-Blockarina von Voss als auch die Songstone-Ocarina von Langley  ist auf den Grundton C gestimmt. Im Musikhaus Voss ist dafür eine Schule erhältlich: Meine Blockarina-Fibel

 

Die Fibel enthält 51 flotte Melodien, mit denen das Üben und Lernen Spaß macht.

Außerdem enthält das Heft Informationen über die Ocarina, die Blockarina, Grundlagen der Musiklehre und eine Transponiertabelle, an der man die Tonleiter anderer Ocarina- und Blockarina-Stimmungen ablesen kann.

 

Weitere Notenhefte mit für diese Instrumente passender Griffschrift finden Sie hier: > klick <

 

Die englische 4-Loch-Schul-Ocarina aus Plastik ist auf den Grundton D gestimmt. In englischen Notenheften sind die Stücke in den dazu passenden Tonarten notiert. Man kann Ocarinas mit abweichendem Grundton aber auch als transponierende Instrumente nutzen und nach Heften wie der Blockarina-Fibel spielen.

 

Folgende Instrumente sind in diesem System gestimmt:

Blockarina von Richard Voss - Markerina (Voss) - Schul-Ocarina aus Plastik - Songstone von John Langley - Songstone und Shells von Terry Riley - Teacarina (TNG) ...

 

Einfaches 4-Loch-Griffsystem

Wenn die vier Grifflöcher nicht die ausgeklügelten Größenunterschiede des englischen Systems aufweisen, ergeben sich Tonleitern mit deutlich weniger Stufen. Entweder lässt sich dann ein Teil der Töne mit mehreren Griffvarianten spielen oder es ergeben sich aus manchen Grifffolgen so kleine Tonschritte, dass sie lediglich für leichte Färbungen einer Tonstufe brauchbar sind.


Grifftabelle für 4-Loch-Okarina
Grifftabelle einer einfachen 4-Loch-Okarina aus E. Stennes-Falter "Musizieren mit der Pendant-Ocarina ..."

Folgende Instrumente sind in diesem System gestimmt:

Instrumente, die so oder ähnlich gestimmt sind, sucht man am besten auf Mittelaltermärkten, auf denen Handwerker ihre Waren anbieten. Am besten ein Stimmgerät oder eine entsprechende Handy-App mitnehmen, wenn man eine bestimmte Tonart sucht.

Pentatonisches 4-Loch-Griffsystem und 6-Ton-Leiter

Hans Rotter (Österreich) verwendet für seine 4-Loch-Ocarinas ein lineares Griffsystem. Öffnet man zuerst rechts und dann links nacheinander die Grifflöcher, ergibt sich eine pentatonische Leiter. Diese ermöglicht einen intuitiven Zugang zum Instrument. Die Vogelokarina klingt in F-Dur, wird aber der Einfachheit halber in C-Dur notiert.

Ein diagonaler Griff ergibt das f und ergänzt die Tonfolge zu einer diatonischen Leiter. Mit dieser Tonleiter lassen sich viele Volksweisen und Kinderlieder spielen, die Hans Rotter in der Notenheftserie "Meine Tierocarina" veröffentlicht hat.

 

Weitere Variationen der Griffe ergeben chromatische Zwischenstufen. Wenn man nach der richtigen Intonation dieser Töne sucht, muss man nicht nur den Blasdruck ausbalancieren. Auch die Zungenstellung wirkt sich bei kleinen Okarinas auf die Intonation aus. Wenn man die Veränderung des Mundinnenraums, wie er Bluesharp- und Maultrommelspielern vertraut ist, bei kleinen Okarinas gekonnt einsetzt, läßt sich jeder Ton (auch der Grundton der Okarina) ohne Änderung des Griffs 1/2-Tonschritt klar definiert abwärts benden.

Das fehlende Cis kann mit halb abgedecktem Loch gespielt werden.

Meine in diesem System gestimmte Instrumente:

Tierocarinas / "Muschel" (Rotter) - Mini Karinchen (Rotter) - ...

 

5-Loch Ocarinas

Die Griffsysteme der 5-Loch Ocarinas von Jasmina Meier (Earthsong Ocarinas, Schweiz) hat große Ähnlichkeiten mit dem englischen Griffsystem.  (noch nicht getestet)

Die 5-Loch Ocarinas von Christoph Hense Schopfheim sind mit dem englischen Griffsystem quasi identisch. Es fehlt lediglich das kleine Daumenloch.

6-Loch Ocarinas

Bei 6-Loch Ocarinas unterscheidet man zwischen dem englischen Stimmsystem (English Crossfingering) und linearen Griffmustern. 

Sechs Löcher bieten zahlreiche mögliche Griffkombinationen. Davon ist  aber oft nur ein Teil so nutzbar, dass sich daraus eine sauber gestimmte Tonleiter ergibt. Im Laufe der Zeit entwickelten Ocarinabauer verschiedene mehr oder weniger voneinander abweichende Stimmsysteme. Das englische System ermöglicht von allen den größten Tonraum und ist daher mein persönlicher Favorit. Es macht mir aber auch viel Spaß, andere Griffsysteme zu erkunden. Um sie schnell lernen zu können, kombiniere ich die ausgewählten Noten mit selbst erstellten Griffschriften.

englisches Pendant-System

Englisches 6-Loch-Pendant-System nach Taylor

 

Das von John Taylor entwickelte 4-Loch-System wurde mit 2 Daumenlöchern auf das englische 6-Loch-System erweitert. Dieses System ermöglicht das Greifen weiterer chromatischer Stufen und erweitert den Tonraum bis zur None. Auf Langley-Ocarinas sind also mit nur 6 Löchern 15 sauber gestimmte Töne spielbar. Das auf den englischen  4-Loch-Ocarinas erlernte System kann unverändert auf der 6-Loch-Ocarina angewendet werden.


Grifftabelle für 6-Loch-Ocarinas englisches System (Langley)
Grifftabelle für 6-Loch-Ocarinas englisches System (Langley)

 

Meine in diesem System gestimmte Instrumente:

Langley Ocarinas - Kunststoff Ocarina - Olivier Gosselink (vertauschte Daumenlöcher)

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Englisches 5+1-Loch-Pendant-System

Christoph Hense lässt bei seiner 5+1 Pendant-Ocarina das kleine Daumenloch weg und setzt dafür ein zusätzliches Loch auf die Vorderseite der Okarina. Er verzichtet bei dieser Variante des English Crossfingering auf das hohe Dis. Mit dem zusätzlichen Loch auf der Vorderseite kann ein Halbton unter dem Grundton erreicht werden. (Bislang noch nicht getestet.)


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Amerikanisches / Asiatisches (erweitertes englisches) 6-Loch-Pendant-System

 

Im WWW findet man verschiedene Grifftabellen für die 6-Loch-Pendant-Ocarinas. Einige zeigen einen größeren Tonraum an. Dort reicht die Tonleiter nicht nur bis zur None, sondern bis zur Dezime. Das ist eine Abwandlung des englischen Systems.

Grifftabelle für das erweiterte English Crossfingering
Grifftabelle für das erweiterte English Crossfingering

Meine in diesem System gestimmte Instrumente:

Mozart-Okarina - Blumen-Okarina (Klangbeispiel) -

 

 

lineare 6-Loch-Systeme

Lineare 6-Loch-Systeme ergeben einen etwas kleineren Tonvorrat als das englische System, weil die Größen der Grifflöcher weniger variieren. Das  lineare Griffsystem der 6L Tonflöte von Odendahl (toninton.de) ergibt eine chromatische Tonleiter bis zur Oktave.

 

7-Loch-Ocarinas

6-Finger/7-Loch-Pendant-System von Martin Lietsch


Die mit 6 Fingern zu spielenden Okarinas aus der Werkstatt von "Ton und Töne" haben ein Doppelloch und somit insgesamt 7 Löcher.


Das Doppelloch erleichtert das Greifen der tiefen chromatischen Töne.

Das Griffsystem enthält in der unteren Hälfte der Stammtonleiter Wechselgriffe. In der oberen Hälfte werden die Löcher der Reihe nach geöffnet und nicht mehr gewechselt. Mit diesem System erreicht man einen Tonumfang von 1 Oktave.

"Ton und Töne" baut die Okarinas mit diesem System in mehreren Stimmlagen: Sopranino, Sopran, Mezzosopran, Alt, Tenor.

 

Meine in diesem System gestimmte Instrumente:

runde Rauchbrand-Ocarina (Klangbeispiel) -

 

 

6-Finger / 7-Loch-Sysstem von Hans Houkes

Obwohl die Löcher wie bei den Okarinas aus der Werkstatt "Ton und Töne" angeordnet zu sein scheinen, ist das Griffsystem von Hans Houkes doch ganz anders. Die ersten vier Töne werden wie beim English Crossfingering (6-Loch Okarina) gespielt. Doch für die Weiterführung der Tonleiter fand Hans Houkes ein anderes System.

 

Meine in diesem System gestimmten Instrumente:

zwei Okarinas, Stonewhistle (Fotobericht)

 

7-Finger/7-Loch-System von Hans Rotter

 

Die 7-Loch-Ocarinas von Rotter werden mit 7 Fingern gespielt. Sie haben ein rückständiges Loch. Das wird vom rechten Daumen abgedeckt. So bleiben die kleinen Finger beide frei und können die Okarina stützen.

Rotter baut diese Instrumente in verschiedenen Größen mit Grundton G und C. Ich habe eine kleine Piccolo-"Muschel". Ihr Tonraum reicht von c''' bis c''''. Das Instrument ist sehr gut gestimmt.

Der Vergleich der Grifftabellen zeigt:

Der Tonumfang der 6-Loch-Okarina (englisches System) ist größer, als der Tonumfang der 7-Loch-Okarina.

Mit Ausnahme der Note dis können alle Töne der 7-Loch-Okarina auch mit der englischen 4-Loch-Okarina gespielt werden.

Das englische Stimmsystem kommt mit weniger Löchern aus, weil auf verschieden großen Löchern mit Kreuzgriff-System gespielt wird.

Rotters Instrumente werden in linearer Folge gespielt.

 

Auf der Grifftabelle zu beachten: cis' wird mit am Rand abgedecktem C-Loch gespielt.

Grifftabelle für 7-Loch-Okarina von Rotter
Grifftabelle für 7-Loch-Okarina von Rotter

Meine in diesem System gestimmte Instrumente:

Muschel Piccolo in C von Johann Rotter (ocarinamusic) - Muschel von Árpád Takács -

 

 

7-Finger/7-Loch-System von Árpád Takács

 

Die auf Märkten zu findenden 7-Loch-Okarinas von Árpád Takács sind nach demselben System gestimmt wie die Instrumente von Rotter. Als Tonart nannte mir die Händlerin F-Dur. Die Instrumente von Takács können von dieser Stimmhöhe aber auch etwas abweichen.

Der auf der beigelegten Grifftabelle für cis angegebene Griff funktioniert auf meinem Instrument nicht. Daher habe ich die Grifftabelle angepasst.

Grifftabelle für 7-Loch-Okarina von Árpád Takács
Grifftabelle für 7-Loch-Okarina von Árpád Takács

7-Finger/7-Loch-System Kinderflöte


Meine in G gestimmte Kinderflöte aus Birnbaumholz kaufte ich vor längerer Zeit bei DanMoi. Das Instrument tendiert zur Zeit nach Gis. Ob sich das durch das möglicherweise arbeitende Holz ändern kann, ist mir nicht bekannt. Stellt man sich auf den erhöhten Grundton ein, lässt sich die kleine Gefäßflöte gut intonieren und klingt in sich stimmig. Sie passt nur nicht zu normal gestimmten Instrumenten. In der der Kinderflöte beiliegenden Grifftabelle wird darauf hingewiesen, dass die Griffweise der Halbtöne als Anregung zu verstehen sind, die bei Bedarf angepasst werden sollen. Für mich passten alle Vorschläge bis auf einen. Hier meine Version:

Grifftabelle für 7-Loch-Kinderflöte
Grifftabelle für 7-Loch-Kinderflöte

Tonraum der Kinderflöte: g'' bis g'''

Die Griffe für die Kinderflöte weichen etwas von den für Rotters Ocarina gefundenen Griffen ab. Das Daumenloch wird erst gegen Ende der Tonleiter geöffnet, während bei der 7-Loch-Ocarina von Rotter das Daumenloch in der Mitte der Tonleiter geöffnet werden muss.

8-Loch Ocarinas

6-Finger/8-Loch-System von "Earthsong Ocarinas"

 

Auf der Webseite "Earthsong Ocarinas" fiel mir eine Grifftabelle auf, die das englische 6-Loch-System mit zwei Doppllöchern erweitert. > Earthsong Ocarinas mit Doppellöchern. Diese Instrumente reichen bis zur Dezime und sind voll chromatisch bespielbar.

 

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7-Finger/8-Loch   und   8-Finger/8-Loch

Bei STLOcarina findet man zwei andere Erweiterungen des englischen Pendant-Systems.

 

1. Die asymmetrisch gebaute Kunststoff-Ocarina mit 7-Finger/8-Loch System

Das Doppelloch ermöglicht einen Halbtonschritt unter den Grundton C.

Ansonsten bleibt es offen. Das große Loch an der Spitze muss im Prinzip stets geschlossen sein. Nur wenn man das hohe F benötigt, wird es geöffnet.

 

2. Die symmetrisch gebaute Pendant Ocarina with Maximized Range mit 8-Finger/8-Loch System

Die beiden zusätzlichen Grifflöcher für die Ringfinger erweitern den Tonraum bis zur Terz unter den Grundton C. Ansonsten bleiben diese Grifflöcher offen und man spielt bis zum hohen C das übliche englische Pendant-System. Oberhalb des hohen C erkennt man in der Grifftabelle minimale Abweichungen vom englischen 6-Loch-System. Diese ermöglichen die Fortsetzung der Tonleiter bis zum hohen F. Der Tonraum dieser Instrumente entspricht dem Tonraum der 12-Loch-Travers-Ocarina! Diese Variante scheint mir die interessanteste Pendant-Ocarina mit einer Kammer zu sein.

 

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8-Finger /8-Loch-System Gämshorn-Okarina Geissmann

 

Die Gämshorn-Okarina von Annemarie Geissmann (Schweiz) wird mit 7 vorderständigen Löchern und 1 Daumenloch gespielt. Der Tonraum beträgt eine übermäßige None.

Das Griffsystem entspricht dem der deutschen Blockflöte. 

( > zum Blog-Artikel / Klangbeispiel )

Grifftabelle für Gämshorn-Okarinas von Annemarie Geissmann
Grifftabelle für Gämshorn-Okarinas von Annemarie Geissmann

9-Loch Ocarinas

9-Loch Okarinas werden sowohl mit Pendant- als auch Travers-Griffsystemen angeboten.

Wie bei einer europäischen Blockflöte greift die rechte Hand 4 und die linke Hand 3 Fingerlöcher. Im Unterschied dazu spielt man allerdings mit 2 Daumenlöchern.

Die bislang gesehenen und getesteten Varianten des Griffsystems sind alle linear.

 

Pendant

1. Peru-Okarinas

Davon fand ich bislang lediglich eine Grifftabelle im Internet. Die auf Märkten getesteten (aber nicht gekauften Modelle) hatten nur 6 und 8 Löcher. Sie werden mit einem linearen System gespielt.

 

2. Mountain-Okarinas

Der Hersteller bietet Okarinas in unterschiedlicher Ausführung an. Ich besitze ein Kunststoffinstrument mit 9-Löchern. Das Griffsystem entspricht wegen der Reihenfolge, in der die Daumenlöcher geöffnet werden, dem asiatischen Griffsystem der 12-Loch-Travers-Okarinas.

Der Tonraum reicht von  c' bis e''.

 

(Grifftabelle folgt)

 

Travers / Transverse

Hersteller von Transverse-Okarinas bieten zum Teil neben ihren 10- oder 12-Loch-Modellen auch 9-Loch-Okarinas an.

Bei diesen Instrumenten fehlt das Loch für den linken kleinen Finger.

Dies ist der entscheidende Unterschied gegenüber im italienischen Stil gestimmten 10-Loch-Travers-Ocarinas. Wenn man auf die Benutzung des rechten Daumens verzichtet, kann man diese 9-Loch-Ocarinas als Vorstufe für im italienischen/europäischen System gestimmte 10-Loch-Ocarinas verwenden.

Zum asiatischen 12-Loch-Griffsystem passt die komplette Folge des von von Takács, Clacol und Heuer (6th Street) angebotenen 9-Loch-Griffsystems.

 

9-Finger/9-Loch-System von Takács

Der Tonraum der 9-Loch Ocarina von Árpád Takács reicht bei den Okarinas in F von f' bis gis'' oder a'' (je nach dem wie gut sich der Blasdruck aufbauen lässt). Das entspricht dem Tonraum von c' bis dis'' oder e''.

Grifftabelle für Takács-9-Loch-Ocarina
9_Loch_Okarina_Grifftabelle.pdf
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Bezugsquelle: Meine Takács Okarina fand ich auf dem Töpfermarkt in Frechen. > Bericht <

 

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9-Finger/9-Loch-System von Okarinawerkstatt Steiermark

 

Die Kids-Okarina  aus der Okarinawerkstatt Steiermark weist für die linke Hand ebenfalls lediglich drei Fingerlöcher auf. Eine Mulde dient dem kleinen Finger als Orientierung. Der Tonumfang der in C gestimmten Instrumente reicht laut Webseite von h bis d''.

Eine dazu passende Grifftabelle konnte ich bislang nicht finden.

 

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9-Loch Einhand-Okarina von Øystein Haga

 

Die 9-Loch Einhand-Okarina hat 2 Kammern. Der Pfeil zeigt an, welche der beiden Kammern angeblasen wird.

Die linke Kammer reicht vom Grundton bis zur Quinte (5. Stufe), die rechte von der Sexte bis zur Undezime (11. Stufe). Dieser Tonraum hat somit die Reichweite einer italienischen 10-Loch Transvers-Okarina.

Weitere Informationen über diese besondere Okarina: >hier< .

 

10-Loch Ocarinas

10-Loch-Ocarinas mit einer Kammer werden meines Wissens nach ausschließlich mit linearem Griffsystem gespielt. Meine Ocarina di Budrio hat die Tonlage Sol2. Instrumente dieser chromatisch gestimmten Konzert-Ocarina-Serie reichen bis zur Undezime. Die Grifftabelle:

 

Grifftabelle der Ocarina di Budrio
Grifftabelle der Ocarina di Budrio

Weiterführende Links >  Grifftabellen für 10L-Ocarinas

- ocarina di budrio
- alte Posch klassik Okarina

- neue Posch plus Okarina

 

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Es gibt eine Pendant-Ocarina (*1) mit 2 Kammern, die ebenfalls 10 Grifflöcher hat. 6 Löcher gehören zur größeren Kammer und 4 zur kleinen Kammer. Die große Kammer wird wie eine englische 6-Loch-Pendant-Ocarina gespielt und das Griffschema für die kleine Kammer ist mit dem der englischen 4-Loch-Pendant-Ocarina identisch.

 

Der Tonumfang beträgt in Summe 2 Oktaven.

 

(1*) Pendant Double Compact STLOcarina/Ocarevolutionary

 

 

12-Loch Ocarinas

12-Loch-Ocarinas sind mit Doppellöchern erweiterte 10-Loch-Ocarinas. Die beiden kleinen zusätzlichen Löcher erweitern den Tonraum der 10-Loch-Ocarina nach unten und erleichtern das Greifen der tiefen chromatischen Stufen. Wenn man nach einer Griffschrifft für 10-Loch-Ocarinas spielt, bleiben diese beiden kleinen Löcher offen.

 

Für die Anordnung der zwei Zusatzlöcher gibt es verschiedene Varianten. Hier das System von Focalink/Stein.

12-Loch Ocarina Okarina asiatisches Griffsystem Focalink und Stein
Grifftabelle für die 12-Loch Travers-Okarina mit asiatischem Griffsystem

asiatisches und europäisches 10-/12-Griffsystem im Vergleich

 

Bislang habe ich nur Instrumente mit dem asiatischen Griffsystem von Fokalink (Taiwan) und dem europäischen System von Fabio Menaglio (Ocarina di Budrio / Italien) verglichen.

 

Ein wichtiger Unterschied zwischen dem Fingersatz dieser Travers-Ocarinas:

die letzten 2 Griffe sind vertauscht
Bei einer C Ocarina sind das E und F ​

 

Das heisst:
- Beim Europäischem System wird für das E ( vorletzter Ton ) der kleine Finger der linken Hand zuerst geöffnet und dann für das hohe F der Daumen der rechten Hand
- Beim Asiatischem  System ist es umgekehrt.

 

Die traditionelle Form der italienischen Ocarina hat 10 Löcher. Die asiatischen Ocarinas haben 12.

 

Das Japanische Griffsystem, das 1928 von Aketa entwickelt wurde unterscheidet sich von dem aus Taiwan durch die Position der Doppellöcher.

 

16-Loch Okarina

 

 

Okarina Doppia mit Pacchioni-System

Diese Okarina hat zwei Kammern mit überlappendem Tonraum. Das Stimmsystem der großen Kammer entspricht im Prinzip dem 10-Loch-System der italienischen Transvers-Okarina. Da sie ohne rechtes Daumenloch gespielt wird, spielt man sie mit 9 Fingern. Das vom kleinen Finger abgedeckte Doppelloch erleichtert das Greifen des Halbtons cis. Die Griffe der Halbtöne weichen ein wenig vom gewohnten Schema ab.

Die rechte, kleinere Kammer hat 6 Grifflöcher. Davon 2 Daumenlöcher auf der Unterseite. Das 2. Daumenloch wird von der linken Hand abgedeckt. Es dient der sauberen Intonation der Halbtöne.

 

Weiterführende Links

- Begegnungen in Budrio - Giorgio Pacchioni

 

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Fortsetzung folgt

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