Duett-Ocarina

(c) Elisabeth Stennes-Falter

Duett-Ocarinas sind Formen der Doppel-Ocarina, die für das mehrstimmige Spiel konzipiert sind. Sie werden sowohl aus Ton als auch aus Holz hergestellt.

Der Tonraum der beiden Kammern kann identisch oder versetzt sein.

Manche Instrumente sind zusätzlich mit Bourdunflöten ausgestattet.

 

andere Bezeichnungen

Bitonal Ocarina / Double Ocarina / Harmony Ocarina / Ocarina Doppia / Twin Chambered Vessel Flutes /

Langley Duett-Ocarinas

Die von John Langley (England) aus Ton gebauten Instrumente enthalten zwei gleich große, symmetrisch angeordnete Luftkammern. Die Grifflöcher der beiden Kammern sind identisch gestimmt. Diese Bauform ermöglicht einstimmiges und zweistimmiges Musizieren.

Er stellte sie in mehreren Tonlagen her.

Langleys Instrumente haben einen Tonumfang von einer Octave. Die Tonleiter entsteht auf 4 Grifflöchern (je Hand / Kammer).

Das Griffsystem (engl. fingering) entspricht dem von John Taylor in den 1960er Jahren entwickelten "English System", das auf der 4-Loch-Pendant-Ocarina gespielt wird. Damit die vier Löcher mit einer Hand gegriffen werden können, haben sie allerdings eine geänderte Anordnung:

Drei der vier Löcher sind in einer Linie aufgereiht. Das größte der vier Löcher befindet sich auf der Unterseite der Ocarina und wird mit dem Daumen abgedeckt.

Auf der Webseite greenverdugo.com wird das Funktionsprinzip dieser Instrumente mit Bildern erklärt. Leider ist sie momentan nicht aufrufbar.

 

Im nachfolgenden Video erklärt John Langley das Instrument.

Die im Video angegebene Webseite existiert nicht mehr.

In Deutschland sind Langley-Ocarinas bei ALLTON erhältlich.

Zweistimmiges Flöten ist eine interessante Herausforderung und macht großen Spaß. Das zur Duett-Ocarina erschienene Notenheft "The Duet Ocarina Book" von David und Christa Liggins enthält 26 zweistmmig gesetzte Melodien in Noten- und Griffschrift, die auch ohne den englischen Text zu lesen verständlich ist.

Mein Instrument erwarb ich 1996. Es ist eine in C gestimmte Alt-Ocarina. Ihr Klang fasziniert mich nach wie vor!

 

Langley baute seine ersten Duett-Okarinas in den 1970er Jahren. 1988 stellte er die heutige Form seiner Duett-Okarina vor.

Riley Twin Chambered Vessel Flutes

Terry Riley (England) baut verschiedene Twin Chamber Ocarinas. In seinem Flickr  Fotoalbum zeigt er Beispiele seiner kunstvoll geformten Twin Chambered Sculptural Vessel Flutes.

Sie werden wie die von John Langley mit dem linear angeordneten englischen 4-Loch-System gespielt.

Anders als Langley baut Riley nicht nur Instrumente mit gleich gestimmten Kammern. Seine Instrumente kombinieren auch Kammern mit unterschiedlicher Größe. Sie haben die Abstände einer Oktave, Quinte = 5th apart oder Quarte = 4th apart. Dadurch bieten sich beim Duettspiel ganz unterschiedliche Möglichkeiten für die Stimmführung der Zweitstimme.

Die beiden Kammern werden mit komplett getrennten Windkanälen angespielt. So ist es möglich, die Twin Chamber Ocarinas auch einstimmig zu spielen und die heller gestimmte Kammer als Tonraumerweiterung zu nutzen.

 

Hind Double-Ocarinas

Charlie Hind (South Carolina, USA) baut Okarinas aus Holz. Seine für das Duettspiel gebauten Double-Ocarinas haben eine gerade Form und klingen dadurch "flötiger".  Im nachfolgenden Video führt er eines seiner Instrumente vor. Auf seiner Webseite findet man weitere Musikbeispiele.

Hind baut ebenfalls asymmetrische Instrumente. Der Tonraum der beiden Kammern ist bei Hind-Ocarinas um eine Quinte versetzt.

Jede Kammer hat 5 Löcher. Damit können 11 Töne gespielt werden (Oktave + 3 chromatische Stufen). Der Tonraum der beiden Kammern überlappt sich. (Grifftabelle)

Ocarina di Budrio - Fabio Menaglio

Über die Doppelokarina von Fabio Menaglio fand ich bislang leider keine näheren Informationen. Man sieht das Instrument auf Bildern vergangener Ocarina-Festivals.

Songbird Double Ocarina

Die beiden Kammern der Double Sprouted Ocarina von Songbird sind im Oktavabstand gestimmt. Jede Kammer hat 5 Löcher. Damit das Instrument beim Öffnen beider Daumen gehalten werden kann, hat es auf der Rückseite jeder Kammer eine Daumenstütze. Die Tonskala reicht bis zur None.


Gosselink Oisocarinas

Olivier Gosselink (Frankreich) baut farbenfroh glasierte, dreistimmige Instrumente in Vogelform. Im Video führt er eine seiner Oisocarinas vor und erklärt die Aufteilung der Stimmen.

Huaca-Ocarinas

Diese Instrumente bestehen sowohl aus zwei als auch aus drei Kammern. Sie werden als kunstvolle Gefäßskulpturen gestaltet. Kammern für das Melodiespiel haben vier Grifflöcher. Informationen über die Huacas habe ich > hier klick < zusammengetragen. Das Video mit Teresa Sugg wurde 2009 hochgeladen. Aktuelle Informationen über ihre Instrumente findet man leider keine.

Auch der Niederländer Hans Houkes baut Huacas. Seine kreativ gestalteten Instrumente haben verschiedene Formen und sind unterschiedlich gestimmt. Er baut Instrumente mit zwei und drei Kammern. Seine Octarina besteht aus zwei im Oktavabstand gestimmten Okarinas. Ich besitze ein Instrument mit zwei gleich gestimmten Kammern. Im Video hört man eine dreistimmige Huaca. Da Hans Houkes es liebt, mit Stimmsystemen zu experimentieren, setzt er immer wieder neue Ideen um. Auf seiner Webseite gibt es viel zu entdecken.

Bitonal Clacol Ocarina

Bitonale Okarinas von Giorgio Pacchioni

Giorgio Pacchioni baute seine Okarinas mit verschiedenen Stimmsystemen. (Ende 2017 ging er in den Ruhestand)

twin thirds: die beiden Kammern sind im Abstand einer Terz gestimmt

zampogna: die beiden Kammern sind im Oktavabstand gestimmt

cornetta:  die größere Kammer ist so gebaut, dass man die Stimme des 2. Horns nachahmen kann.

 

Anton Platonov

Der russische Musiker entwickelte im Laufe der Zeit eine ganz andere Form der Doppel-Okarina. Die rechte Hand spielt die unteren Töne der Melodiestimme, die linke Hand die oberen Melodietöne und zugleich wechselnde Borduntöne.

 

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