John Langleys Duet-Ocarina Alto C

5.1.2015  - Rückblick

(c) E. Stennes-Falter

In den 1990ger Jahren besuchte ich regelmäßig die Frankfurter Musikmesse. 1996 fand ich einen Aussteller, der Okarinas aus England mitgebracht hatte: "Soar Valley Music". Den Händler gibt es heute noch. In seinem Onlineshop wird zZt. allerdings nur die kleine Songstone-Ocarina verkauft. Damals präsentierte er in einer der riesigen Hallen auf einem kleinen Tisch eine Serie der normalen Langley-Ocarinas und eine Serie der Duett-Ocarinas. Form und Farbe machten mich sofort neugierig. Die waren völlig anders als die Ocarinas, die ich kannte.

Und dann der schöne Klang der Langley-Ocarinas! Wenn ich damals die Möglichkeit gehabt hätte, hätte ich von beiden Instrumententypen sofort einen kompletten Satz abgekauft. So vernarrt war ich in den Klang dieser Instrumente.

Bei der nächsten sich bietenden Gelegenheit leistete ich mir dann wenigstens eine Duett-Ocarina in Alt-Lage mit Grundton C.

- - -  Das ist lange her. Doch bis heute hat dieses Instrument für mich seinen Zauber nie verloren.

Der wunderschöne, schwebende Klang lädt dazu ein, sich in eine gemütliche Ecke zurück zu ziehen und zu improvisieren, sich dabei zu entspannen und zu träumen.

Das Instrument erkunden

Langley nennt diese Instrumente Double-Ocarina oder Duet-Ocarina.

Die Silouette der Duet-Ocarina entspricht der einer einstimmigen Langley-Ocarina. Im Innern der Ovalen Form teilt jedoch eine Trennwand den Hohlraum  in zwei Kammern mit identischem Volumen auf.

 

Je Hand greift man die Löcher einer Kammer. Parallele Spielbewe-gungen ergeben einstimmiges Spiel, da die Töne auf gleicher Höhe eingestimmt sind.

 

Die Kammern werden über einen gemeinsamen Spalt angeblasen, der sich erst im Innern des Instruments aufteilt. Diese Konstruktion hilft dabei, beide Kammern mit gleichem Blasdruck anzuspielen. Ob man es allerdings schafft, die gleichen Töne auch tatsächlich schwebungsfrei anzuspielen, hängt von der Blastechnik ab. Wenn das also nicht auf Anhieb gelingt, muss man etwas experimentieren.

 

Fotos und Skizzen  http://www.greenverdugo.com/ocarina-making-tutorial/JLangley-ocarinas.html


Nachtrag August 2015:

Die Webseite von greenverdugo wurde vor einigen Wochen komplett deaktiviert.



Es gibt mehrere Möglichkeiten, die Doppeltönigkeit zu nutzen:

1. einstimmiges Doppelklang-Spiel

2. Melodie mit Bourduntönen (Orgelton)

3. zweistimmiges Spiel


John Langley erklärt Funktionsweise und Spieltechnik

Hier stellt John Langley selbst das Instrument vor und erklärt (auf Englisch) Funktionsweise und Spieltechnik.

Anmerkung zum Video:

Die im Video angegebene Webseite existiert nicht mehr.

In Deutschland sind Langley-Ocarinas bei ALLTON erhältlich.

Grifftabelle der Duet-Ocarina in C

Die beiden Kammern der Duett-Okarina umfassen jeweils eine Oktave. Die Stimmung der beiden Kammern ist identisch.

Das Griffsystem funktioniert im Prinzip wie bei der 4-Loch Pendant-Okarina (englisches System) also mit Griffkombinationen der vier Löcher. Damit diese Griffkombinationen von einer Hand gespielt werden können, sind die vier Löcher einer Kammer linear angeordnet: drei Fingerlöcher vorne und das Daumenloch auf der Rückseite.

 

Grifftabelle für Langley Duet-Ocarina C-Stimmung
Grifftabelle für Langley Duet-Ocarina C-Stimmung

Die Grifftabelle zeigt die Griffe für eine Kammer an. In der vollständigen Griffschrift werden stets Griffpaare angezeigt.

Für das H gibt es einen Alternativ-Griff. (grau)

 

Langley baut Duet-Ocarinas auch in G-Stimmung:

diatonische Tonleiter:  G  A  H  C  D  E  Fis  G

chromatischen Stufen:   cis/des  dis/es  eis/f


(Gis)

(As)


(Ais)

(B)



Cis

Des


Dis

Es


F


 G
A

H
C

D

E

Fis
G


Von Ocarinaworkshop (England) werden zur Zeit folgende Stimmlagen angeboten:

Sopran GG

Alt CC

Tenor GG

Bass CC


Noten für die Duet-Ocarina

Für diejenigen, die lernen wollen, das Instrument nach Noten zu spielen, empfiehlt es sich, mit Griffschrift kombinierte Noten zu benutzen. Das erleichtert den Einstieg sehr. Vor allem die asymmetrische Kombination unterschiedlicher Griffe, wie sie das zweistimmige Spiel erfordert, fällt dann wesentlich leichter.

Das 1991 Jahre erstmalig erschienene Notenheft "The Duet Ocarina Book" wurde in der Zwischenzeit neu aufgelegt. Das bei Ocarinaworkshop (England) erhältliche Heft ist natürlich auf Englisch. Es enthält eine Spielanleitung, Übungsstücke und Melodien aus unterschiedlichen Genres und einen Bericht über die Entwicklung der Duett-Okarina.

 

 

Geschichte und Entwicklung der Duett-Okarina/Duet-Ocarina

Doppelflöten gibt es schon sehr lange. Die Formen und Stimmsysteme sind unterschiedlich. Aber erst nachdem das englische 4-Loch-System ausgetüftelt war, konnten Einhandflöten gebaut werden, deren Tonraum eine semichromatische Oktave umfasst.

Während in den USA Versionen der Doppelokarina aus Holz entwickelt wurden, experimentierte John Langley in den 1970er und 1980er Jahren mit Ton und traf die Entscheidung, die Doppelinstrumente mit gleich großen Kammern zu bauen. Die amerikanischen Varianten weisen dagegen unterschiedlich gestimmte Kammern auf.

Der Engländer Terry Riley baut seine Doppelkammerinstrumente ebenfalls mit unterschiedlichen sich ergänzenden Kammergrößen.


Langley baute bei seinen ersten Versuchen zwei separate, jeweils mit einer Hand spielbare Instrumente, deren Mundstücke nebeneinander gehalten und gleichzeitig gespielt werden konnten. Um die Handhabung zu erleichtern, verband Langley die beiden Instrumente. Bei den ersten Doppelokarinas waren die beiden Instrumente immer noch deutlich zu erkennen. 1988 stellte John Langley seine moderne Duet Ocarina in ihrer heutigen Form vor.



 

 

 

Steckbrief der Langley Double Ocarina Alto C

Hersteller: John Langley

Herkunftsland: England

Name des Instruments: Double Ocarina Alto C

 

Okarinatyp: Pendant  Double

Konzertstimmung: ja

Anzahl der Kammern: 2

Anzahl der Anblasöffnungen: 1

 

Anzahl der Grifflöcher: 8 / je Kammer 4

Anzahl der Töne:

Tonlage: Alt

Grundton: c''

Tonraum: c'' - c'''

Griffsystem: abgeleitet vom 4-Loch Pendant-Griffsystem englischer Stil

Teil einer Instrumentenfamilie: ja

 

Zubehör: Grifftabelle / Notenheft / Umhängeband

 

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