Mozart-Ocarina aus dem Ocarina-Musikhaus Rotter

8.2.2015

(c) E. Stennes-Falter

Kürzlich erreichte mich eine ganz besondere Spezialität aus dem Musikhaus Rotter: Eine 6-Loch Pendant-Okarina im erweiterten englischen Stil mit Mozart-Dekor in F-Stimmlage.

 

Dafür an dieser Stelle ein großes Dankeschön an Hans Rotter, der mir dieses bereits ausverkaufte Instrument aus seiner Sammlung überließ.

 

Die Mozart-Ocarinas wurden 2006 anlässlich des Mozartjahres als limitiertes Sondermodell in F- und G-Stimmung in den Shop des Ocarina Musikhaus Rotter aufgenommen. Davon sind nur noch wenige Instrumente in G-Stimmung mit zwei verschiedenen Dekoren übrig. Wenn die verkauft sind, wird man sie nur noch als Sammlerstücke aus zweiter Hand bekommen. Eine Neuauflage der Mozart-Ocarinas wird es voraussichtlich nicht geben.


Tonraum - Grifftabelle

Der Tonraum der Mozart-Ocarina umfasst eine voll chromatisch spielbare Tonleiter bis zur Dezime. Oder anders ausgedrückt: mit 6 Grifflöchern können 17 Töne gespielt werden.

 

Die 6 Grifflöcher sind im erweiterten englischen Stil gestimmt. Das bedeutet, dass die 6-Loch Pendant Ocarina zwei große Daumenlöcher hat. Dadurch ist die Tonleiter einen Ganztonschritt länger als die der Langley-Ocarinas.

 

Ob das ein Vorteil oder ein Nachteil ist, muss jeder für sich selbst heraus finden. Es ist wie so oft eine Frage der Zielsetzung.

Der Vorteil des kleinen Daumenlochs (Langley Ocarina) ist, dass man die Griffe für die untersten chromatischen Stufen mit voll geschlossenen Löchern spielt. Auf Instrumenten mit zwei großen Daumenlöchern spielt man die untersten Zwischenstufen wie auf der 4-Loch-Ocarina mit einem halb geöffnetem Griffloch.

 

Hier die Daumenlöcher der großen Mozart-Ocarina (weiß) und der Langley-Bass-Ocarina (blau) im Vergleich:

 

Hier der Vergleich der Grifftabellen:

Die verschiedenen Tonleitern zeigen an, welche Töne bei unterschiedlich gestimmten Instrumenten klingen.

Die Mozart-Okarinas sind in F und G gestimmt. Wenn sie sehr kalt sind, kann die Stimmung ein wenig sinken.

 

1. 6-Loch Pendant englisch erweitert (Mozart-Okarina)

Version 1

Grifftabelle Mozart-Okarina
Grifftabelle Mozart-Okarina

Version 2

In dieser Version wird bei den Griffen für cis''/des'' und dis''/es'' das benachbarte, etwas größere Fingerloch benutzt. Wenn die Töne mit Griff-Version 1 zu hell klingen, benutzt man besser diese.

Im Internet sind beide Versionen zu finden. Auf meiner Mozart-Ocarina verwende ich abhängig vom musikalischen Zusammenhang sowohl die eine als auch die andere Variante, je nach dem, wie es besser klingt.


 

2. 6-Loch Pendant englisch (Langley)

Hier zum Vergleich die Grifftabelle der überwiegend in D und G gestimmten Langley-Okarinas.

Grifftabelle Langley-Ocarina
Grifftabelle Langley-Ocarina

 

 

Intonation

Die Mozart-Ocarina hat - wie bei Ocarinas üblich - einen großen Intonationsspielraum. Da meine F-Ocarina ziemlich tief gestimmt ist, ist es auch möglich, sie einen Halbton tiefer als E-Okarina zu spielen. Das gefällt mir persönlich besser.

Nachtrag:

An heißen Sommertagen hat sich das geändert. Als die Ocarina bei 24° Raumtemperatur lagerte, ließ sie sich mit leichtem Blasdruck in F intonieren. Wenn meine Instrumente kälter (bei ca. 20°) lagern, gelingt die Intonation in F nur mit kräftigem Blasdruck.

 

Wenn also ein kaltes Instrument zu tief klingt, könnte es helfen, es mit warmem Wasser anzuwärmen.

 

Abendlied - Guter Mond, Du gehst so stille
in E gespielt; weicher, von mir als normal empfundener Blasdruck;
2015-08-20 Guter Mond Du gehst so stille
Wave Audio Datei 8.5 MB


Haltung der Okarina

Die vier vorderständigen Grifflöcher sind trapezförmig angeordnet. Dadurch greifen die Hände die Okarina leicht schräg von unten. Diese Handhaltung erleichtert das Stützen des Instruments mit den kleinen Fingern und den Ringfingern. Zur Veranschaulichung füge ich die Beschreibung der Haltung des Instruments aus meinem Okarina-Weihnachtsbuch ein.

Wie man eine Okarina hält.
Wie man eine Okarina hält.

Noten für die Mozart-Okarina

Zusammen mit der Ocarina erhält man ein kleines Notenheft mit dem Titel "Ocarina die Zauberflöte aus Ton meets W. A. Mozart". Das kleine Notenbüchlein enthält auf 20 Seiten 12 der bekanntesten Melodien aus "Eine kleine Nachtmusik", "Klaviersonate A-Dur", "Zauberflöte", "Don Giovanni" und das "Ave Verum". Die von Johann Rotter herausgegebenen Noten sind mit Griffschrift kombiniert.

Die Stückauswahl macht neugierig, regt an, in Mozarts Werk nach weiteren auf der Okarina spielbare Weisen zu forschen.

Da die Griffe von c' bis c'' mit denen der englischen 4-Loch-Ocarina identisch sind, kann man aus den dafür gedachten Notenheften ebenfalls mit der Mozart-Ocarina spielen.

Für den bis e'' reichenden Tonraum schreibe ich beim Musizieren fortlaufend neue Noten auf. Es macht viel Freude, mit diesem Instrument zu musizieren und dabei immer wieder neue Melodien zu erobern.

Noten für die englische Pendant-Okarina
Noten für die englische Pendant-Okarina

Fortgeschrittene Okarina-Spieler können beliebige Melodie-Noten für die Okarina nutzen bzw. adaptieren.

Für Anfänger ist es empfehlenswert, Notenbücher auszusuchen, die den Tonraum der Okarina systematisch erschließen.

 

Die von David und Christa Liggins für Anfänger eingerichteten Okarina-Noten sind auf das englische 4- und 6-Loch-Griffsystem abgestimmt. Bei fortgeschrittenem Lern-Level muss man daher auf die Unterschiede achten. Ihre Notenbücher findet man bei Ocarina Workshop. Da die englische Schul-Ocarina auf den Grundton D gestimmt ist, sind die Noten, Griffsymbole und CDs auf die dazu passenden Tonarten abgestimmt.

Wer Okarinas mit unterschiedlichen Stimmhöhen spielt, kann sie auch als transponierende Instrumente nutzen und z.B. nach Noten spielen, die in C-Dur geschrieben sind, obwohl sein Instrument in einer anderen Dur-Tonart klingt.

 

Da die Auswahl an Noten für Okarinas mit englischem Pendant-Griffsystem nicht sehr groß ist, veröffentlichte ich Dezember 2014 ein Advents- und Weihnachtsliederbuch, das auf den Tonraum der englischen Pendant-Ocarinas abgestimmt ist. Auch meine Noten sind mit einer Griffschrift kombiniert. Diese ermöglicht einen schnellen Zugang zum Instrument und zur Notenschrift. > mehr erfahren <

 

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