12-Loch Travers Okarina - Einführung

12-Loch-Ocarinas sind mit Doppellöchern erweiterte 10-Loch-Ocarinas. Die beiden kleinen zusätzlichen Löcher erweitern den Tonraum der 10-Loch-Ocarina nach unten und erleichtern das Greifen der tiefen chromatischen Stufen.

Wenn man nach einer Griffschrifft für 10-Loch-Ocarinas spielt, bleiben diese beiden kleinen Löcher offen.

 

Für die Anordnung der zwei Zusatzlöcher gibt es verschiedene Varianten. Dies hier ist das System von Focalink/Stein.

12-Loch Ocarina Okarina asiatisches Griffsystem Focalink und Stein
Grifftabelle für die 12-Loch Travers-Okarina mit asiatischem Griffsystem

Die Grifftabelle ist folgendermaßen zu lesen:

Im weißen Bereich werden die Töne der Stammtonleiter angezeigt.

Im grauen Bereich werden die chromatischen Stufen angezeigt.

 

Die Grifflöcher der linken Hand sind unten angeordnet,

die Grifflöcher der rechten Hand oben.

Alles weitere entnehmen Sie bitte der Grafik unter dem Titel.

 

Die Numerierung der Grifflöcher zeigt an, in welcher Reihenfolge die Grifflöcher abgehoben werden, wenn man die Dur-Tonleiter vom Grundton aus spielen möchte.

In diesem Fall startet man mit offenen Subholes (rot).

 

Die Subholes (rot) werden abgedeckt, indem man die rot markierten Fingerspitzen nach vorn streckt. Die Mittelfinger decken dann zwei Grifflöcher gleichzeitig ab.

 

 

 

asiatisches und europäisches 10-/12-Griffsystem im Vergleich

 

Bislang habe ich nur Instrumente mit dem asiatischen Griffsystem von Fokalink (Taiwan) und dem europäischen System von Fabio Menaglio (Ocarina di Budrio / Italien) verglichen.

 

Ein wichtiger Unterschied zwischen dem Fingersatz dieser Travers-Ocarinas:

die letzten 2 Griffe sind vertauscht
Bei einer C Ocarina sind das E und F

 

Das heisst:
- Beim Europäischem System wird für das E ( vorletzter Ton ) der kleine Finger der linken Hand zuerst geöffnet und dann für das hohe F der Daumen der rechten Hand
- Beim Asiatischem  System ist es umgekehrt.

 

Die traditionelle Form der italienischen Ocarina hat 10 Löcher. Die asiatischen Ocarinas haben 12.

 

Das Japanische Griffsystem, das 1928 von Aketa entwickelt wurde unterscheidet sich von dem aus Taiwan durch die Position der Doppellöcher.

 

Das asiatische und das europäische Griffsystem lässt sich an der Größe des Grifflochs für den linken kleinen Finger erkennen. Auf den folgenden Fotos sieht man 10- und 12-Loch Okarinas von "ocarinamusic" (Karin und Hans Rotter). Auf dem Foto erkennt man bei einer Okarina deutlich das große, ovale Griffloch für den linken kleinen Finger. Auf den 12-Loch Okarinas ist das Loch an dieser Position deutlich kleiner.

Grund für diesen Größenunterschied:

Im Europäischen Griffsystem entsteht beim Öffnen und Schließen des linken Kleinfinger-Lochs ein Ganztonschritt, während beim asiatischen Griffsystem nur ein Halbtonschritt überwunden wird.

 

 

Ocarina lernen mit David Erick Ramos

David Erick Ramos hat eine Sammlung guter Lehrvideos erstellt, mit deren Hilfe man die Grundlagen der 10- und 12-Loch Okarina lernen kann:

https://www.youtube.com/playlist?list=PL4hqIpA4A_CcixogiXLoFut-2wXUzYpIg

Viel Spaß beim Okarina spielen!  :-)

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