Okarinaklänge im Tipidorf

War das ein schöner Tag heute!

Bei herrlichem Wetter durch die Eifel und das Ahrtal zu gondeln ist sowieso immer wieder schön. Den Beuerhof kennen zu lernen und dort Hans Houkes mit neuen Okarinas im Gepäck zu treffen, war heute das berühmte Tüpfelchen auf dem I.

 

Meine Vorfreude auf die neuen Houkes-Okarinas war groß. Hans hatte neue Native Okarinas gebaut. Das Griffsystem, das er dafür verwendet, hatte ich bislang noch nicht getestet. Es ist eine linear zu greifende pentatonische Leiter, die von vielen auf Anhieb intuitiv erfasst werden kann und zum Improvisieren animiert.

 

Die ersten Instrumente, denen Hans Houkes den Namen "Native Ocarina" gab, waren besonders gestalteten Bass-Instrumente mit Tierköpfen. Ihnen folgten im Laufe des Sommers mehrere Serien ohne Figurenaufsatz in verschiedenen Größen und Stimmlagen, von denen ich heute eine der letzten ergattern konnte.

 

Ich wollte nun endlich wissen, was man mit diesem Griffsystem alles anstellen kann und war sehr gespannt, wie sich die Native Ocarinas spielen lassen.

 

Außerdem wollte Hans mich seine erste und bislang einzige 12-Loch Okarina testen lassen. Letztes Jahr hatte ich schon seine 10-Loch Okarina ausprobiert. Die klang sehr schön, passte aber nicht zu meinen Händen. Und jetzt?

 

Jetzt ist meine Sammlung um weitere schöne und wohlklingende Instrumente angewachsen ...  :-)

Ort des Treffens

Bevor ich Euch die Okarinas zeige, präsentiere ich Euch erst einmal ein paar Eindrücke vom Beuerhof, von dem Hans Houkes eingeladen worden war, seine Arbeiten im Künstlerpavillon zu zeigen.

Der Beuerhof feierte dieses Wochenende 50 Jahre Eifelleben. Aus diesem Anlass lud er zu einem Tag der offenen Tür ein und gestaltete zusammen mit geladenen Künstlern und Musikern ein abwechslungsreiches Programm.

 

Anfahrt

Der Beuerhof liegt liegt in der Nähe von Üxdorf mitten in weitläufigen Wiesen, eingerahmt von den Wäldern der Vulkaneifel. Von Üxdorf aus erreicht man ihn über einen Wirtschaftsweg.

 

Parken

Anlässlich des Jubiläums hatte man sich auf zahlreiche Gäste eingerichtet und für zusätzliche Stellplätze gesorgt. Schilder wiesen die Autofahrer auf eine Wiese, die dieses Wochenende als Parkplatz herhalten musste.

 

Rundgang

Informationstafeln luden zu einem Rundgang über das weitläufige Gelände ein. Auf einer großen Plakatwand erfuhr man einiges über die Geschichte des Beuerhofes, die Ihr hier nachlesen könnt: http://www.beuerhof.de/chronik/

 

Wie man auf dem Übersichtsplan gut erkennen kann, besteht der Beuerhof aus einem Haupthaus, um das in der näheren Umgebung mehrere Nebengebäude mit unterschiedlichen Funktionen gruppiert sind.  Am Rand der großen Wiesen findet man Schwitzhütten, Zelte und verschiedene Plätze für Begegnungen.

Speis und Trank

Im Innenhof konnte man sich gemütlich niederlassen und die Köstlichkeiten der Hofküche genießen.

 

Wiesenwanderung

Ein roter Pfeil lenkte uns hinter die Gebäude. Dort wanderten wir meistens über in die Kräuterwiesen gemähte Wege. Einige bildeten ein Muster, es schien mir eine Sonne zu sein. Aus der Position des Spaziergängers war das leider nur schwer zu erkennen.

Entlang des Rundgangs fand man Tafeln, auf denen die verschiedenen Bereiche und Einrichtungen des Seminarzentrums erläutert wurden.

Unweit des Tipidorfes standen einige Pavillions an einem Feldweg. Hinter einem erkannte ich von weitem den Camper von Hans Houkes. Leise wehte sein fröhliches Okarinaspiel zu mir herüber.

Der Stand war von Besuchern umringt, die sich interessiert Houkes' verschiedene Instrumente vorführen ließen. Bevor ich dort hin gelangte, führte mich der Weg erst noch an den Zelten vorbei.

Die Tipis hatten eine imposante Größe. Bei einem war die Rauchklappe geöffnet. Aus ihr zogen graue Schwaden ab.

Das große Langzelt war für ein Konzert gerichtet.

Als ich gegen 13h bei Hans Houkes ankam, war die Auswahl an Okarinas bereits sehr geschrumpft. Und während ich da stand und schaute, wurden es immer weniger. Jetzt waren also zügige Entscheidungen gefragt. ^.^

Als erstes testete ich die 12-Loch Okarina.

Oh! Die war Hans gut gelungen! Als ich auf ihr improvisierte, wurde es um mich herum plötzlich leise. Alle horchten auf den wunderschönen Klang. Die Okarinaform und die Position der Grifflöcher passten so gut zu meinen Händen, dass die Finger die Löcher auf Anhieb mühelos fanden und die Melodie sofort zu fließen begann. Das war schön!

Der Grundton dieser Okarina ist Es4. Mit den Subholes kommt man bis zum C4 hinunter. Ihr Klang ....   Hmmm, wie soll ich den beschreiben? Er ist sanft und beruhigend. Für meine Ohren hat sie den typischen Houkes-Klang, so wie ich ihn von seinen anderen großen Instrumenten kenne. Ob es an der Bauweise des Windkanals und des Fensters liegt? Wie dem auch sei ... In dieses Instrument war ich sofort verliebt.  :-)

 

Die Form, ein an beiden Enden spitz auslaufendes Ellipsoid, ist ganz anders, als ich sie sonst von 12-Loch Okarinas kenne. Man findet sie auch bei Houkes' Native Okarinas und seinen großen Stonewhistle-Okarinas.

 

Von den Native Okarinas ergatterte ich eine, die um einiges größer ist als die 12-Loch Okarina. Sie hat den Grundton G3. Das ist ein schöner satter Bass. Die kleineren mit den hellen Stimmen gefielen mir auch gut. Aber die mit den wundervollen tiefen Tönen war sofort mein Favorit.

Die Spielweise der Native Okarinas gefällt mir sehr gut. Sie fühlt sich für mich ganz natürlich an. Das mit sanftem Blasdruck zu intonierende pentatonische Spiel ist sehr entspannend. Mit kleinen technischen Tricks lässt sich die pentatonische Skala auch füllen. Davon erzähle ich ein anderes Mal.

Und dann war da noch eine Quena Chincha, die mir schon eine Weile im Kopf steckt. Hans Houkes arbeitete sie nach dem Vorbild einer praecolumbianischen Flöte. Das Original befindet sich in einem südamerikanischen Museum. 

Auf der Webseite "Land of Winds" http://landofwinds.blogspot.de/2013/04/from-bone-to-cane.html erfährt man etwas über die Geschichte dieser Kerbflöte. Sie stammt aus der Kultur der Chincha, die im Gebiet des heutigen Peru angesiedelt war.

Die Zeit verflog im Nu und wir mussten uns auf den Heimweg machen. Ein kurzer Blick noch auf Arbeiten anderen Künstler ...

... noch einmal winken ...

... noch ein Blick zurück ...

... und dann mit dem Auto wieder heimwärts.

4.9.2017

Wenn ich jetzt die Instrumente in die Hand nehme und ihrem sanften Klang lausche, brauche ich nur die Augen zu schließen und ....  . Es tut so gut, auf ihnen zu spielen. Der weiche dunkle Klang ist Balsam für die Ohren und die Seele!

Kommentar schreiben

Kommentare: 0