Musikalische Früherziehung

Die Musikalische Früherziehung setzt in dem Moment ein, in dem das Kind zum ersten Mal mit Klängen konfrontiert wird. Im häuslichen Umfeld, im Garten, draußen in der Natur, im städtischen Getriebe ... überall nimmt das Kind Klänge und Geräusche war und verknüpft sie mit zahlreichen Erfahrungen. Gesang in der Familie, häusliches Musizieren, gemeinsames Experimentieren mit Rhythmen und Klängen sind wichtige Impulsgeber für die Entwicklung des Kindes.

Die Stimme, unser ureigenes Instrument, mit dem wir eine Vielfalt von Tönen und Geräuschen erzeugen können, wird vom ersten Tag an erprobt. Das Wechselspiel zwischen Mutter und Säugling ist unter anderem geprägt von sich wiederholenden Dialogen aus Lautmalerei. Instinktiv summen Vater oder Mutter dem Baby eine sanfte Melodie vor, um es zu beruhigen. Und Babys äußeren sich mit brabbelndem Singsang bevor sie das erste Wort artikulieren können.

Erste Instrumente

Rasseln und Klappern sind die ersten Instrumente, die ein Kleinkind handhaben kann. Wenn es nach Gegenständen greift und sie schüttelt, lernt es deren unterschiedliche Klänge kennen. Bis es zu einem gezielten Einsatz kommen kann, muß es allerdings erst einmal sein Denken und Wollen strukturieren und lernen, seine Motorik zu kontrollieren. Beim gemeinsamen spielerischen Tun lernt es nach und nach Signale zu beachten, stoppt und setzt gezielt ein. Indem es übt laut-leise und langsam-schnell zu unterscheiden differenziert es den Umgang mit den Instrumenten.

Bei Klatschspielen werden die Hände zu Instrumenten. Sie patschen zusammen oder auf Gegenstände.

Als nächstes nimmt das Kind einen Gegenstand in eine Hand und schlägt damit irgendwo drauf. Zuerst funktionieren am besten Klötze, die in der Hand liegen, dann kurze und später lange Schlägel.

Das Kleinkind agiert mit "Schlägeln" sowohl ein- als auch zweihändig. Die Rechts- oder Linkshändigkeit muß sich erst noch herausbilden. Ist das Grundprinzip verstanden, eröffnet die Handhabung von Schlägeln den Zugang zu der großen Welt der Schlaginstrumente.

Dieser Zugang ist oft sehr intuitiv. Von herumliegenden Stöcken geht nicht nur für viele Kinder ein unwiderstehlicher Reiz aus. Man hebt sie auf und beginnt häufig spontan damit, auf alles mögliche herumzuklopfen oder zu schrappen (Scraper!). Dabei entdeckt man die unterschiedlichsten Geräusche und Klänge. Es entstehen sich aus der Bewegung ergebende Rhythmen. Manche davon greift man auf, wiederholt sie ... Es entstehen Grundformen des Musizierens.

Gegenschlaginstrumente wie Nußklappern und Cymbeln fördern die symmetrische Zweihändigkeit. Schlaghölzer (Claves) sind bei korrekter Handhabung Anschlaginstrumente. Die Hände agieren asymmetrisch: eine Hand hält, die andere schlägt.

 

Unterricht

Der Unterricht im Vorschulalter greift Themen aus dem Erfahrungsbereich der Kinder auf und gestaltet daraus rhythmisch-musikalische Ereignisse:

  • Klangspiele
  • Rhythmusspiele
  • Tanzspiele
  • Singspiele

Zum Einsatz kommen dabei:

  • Stimme
  • Alltagsgegenstände
  • Fundstücke aus der Natur
  • Instrumente
    • selbst gebastelt
    • gekauft

Die ersten Melodieinstrumente sind Einzelklangstäbe und gestimmte Kinderpauken. Bereits im Laufe des Vorschulalters wird der Tonraum ausgehend von der Kuckucks-Terz nach und nach erweitert. Bei Eintritt in die Schule sind Kinder, die regelmäßig den Unterricht besuchten, in der Lage, kleine Melodien auf Xylophon oder Metallophon zu spielen.

 

Eltern-Kind-Kurse

In Eltern-Kind-Gruppen erfahren sowohl Eltern als auch Kinder Anregungen für Tanz-, Sing-, Klang- und Rhythmusspiele. Ein umfangreiches Angebot an Percussioninstrumenten ermöglicht nicht nur den Kindern interessante Klangerlebnisse.

Zwischen 2 und 3 Jahren ist der Nachahmungstrieb und die Anpassung an das Verhalten der Mutter besonders groß. Indem die Mutter aktiv als Schüler reagiert, überträgt sie durch ihr Vorbild, die vermittelten Lerninhalte auf das Kind. Je nach Altersdurchschnitt des zusammengestellten Kurses variieren die Aufgaben. Unterrichtsziele sind das Wiedererkennen von Klängen, Erinnern und Einsetzen einfacher rhythmischer Motive, das Unterscheiden von hoch/tief, langsam/schnell, Farben, die Mengen 1,2 und 3.

Die Methode der Basalen Musikerziehung findet mit ihren vielfältigen Möglichkeiten in diesem Unterricht genauso Anwendung, wie Arbeitsweisen der Rhythmic

 

Kinderkurse

Im Alter von 3 bis 4 Jahren wird das Kind allmählich unabhängiger. Ab etwa 4 Jahren sind die Kinder im Normalfall in der Lage allein am Unterricht teilzunehmen.

Fotostrecken

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Förderung der Motorik - Beispiele

Instrumente im Vorschulalter - Beispiele

Differenzierte Klangwahrnehmung - Gehörschulung

Entwicklungsschritte

vom spontanen Spiel zum bewußten Musizieren