Stabspiele
Metallophon, Xylophon und Glockenspiel gehören wie Vibraphon, Marimbaphon, Balaphon, Magellaninstrumente und andere ähnlich gestaltete Instrumente zu den Stabspielen oder Stabspielinstrumenten. Diese werden wiederum der großen Gruppe der Mallet Percussion zu gerechnet. (Mallet = Schlägel)
Stäbe aus Metall oder Holz werden durch Bearbeitung von Länge, Breite und Dicke auf eine exakte Tonhöhe gestimmt. Je besser der Resonanzkörper in Form von Kasten, Röhre oder Kalebasse auf diesen Ton abgestimmt ist, um so intensiver schwingt die Luft im Resonanzkörper mit und verstärkt den Klang. Profiinstrumente sind daher mit auf jeden einzelnen Ton abgestimmten Röhrenresonatoren ausgestattet.
Für den Schulunterricht wurden Instrumente mit robusten Kastenresonatoren entwickelt. Da Carl Orff die Stabspiele in das Orff-Schulwerk integrierte, werden diese Bauformen oft unter Orff-Instrumente geführt.
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Stabspiele für den Musikunterricht mit Vor- und Grundschulkindern
Da ich immer wieder gefragt werde, welche Instrumente das sind, die ich im Unterricht verwende, nachfolgend einige Links. Meine Stabspiele stammen ausnahmslos von der Firma Sonor.
- Einzelklangstäbe in
- Diskantlage
- Sopranlage Komplettset Metall
- Tenor/Altlage Komplettset Palisono / Einzelstäbe Metall
- Baßlage
- Großbaß
Einzelklangstäbe werden je nach Bedarf als Einzeltöne aufgestellt oder zu mehr oder weniger umfangreichen Tonleitern kombiniert. Sie sind in Metall, Palisander (Edelholz) und Palisono ("Kunstholz" mit sehr schönen Klangeigenschaften) erhältlich.
- Xylophone "Meisterklasse" mit Kastenresonator, Stäbe aus Palisander oder Palisono
- Metallophone "Meisterklasse" mit Kastenresonator
Im Laufe der Zeit wurden Optik und Tonumfang der Sonor-Stabspiel-Instrumente verändert. Manche der bei mir benutzten Modelle sind daher nicht mehr im Musikalienhandel erhältlich. Bei der Suche nach ähnlichen Instrumenten unterstütze ich Sie gerne.
Ein eigenes Instrument für das Üben Daheim
Für Kinder, die sich über das Vorschulalter hinaus mit Stabspielinstrumenten beschäftigen möchten, wird ein Übungsinstrument benötigt, mit dem sie regelmäßig Daheim trainieren können. Ansonsten können ab dem Grundschulalter kaum noch nennenswerte Fortschritte erreicht werden.
Ist das Interesse sehr groß, empfehle ich die Anschaffung eines Instrumentes, das über einen Tonraum von mindestens 2 1/2 besser noch 3 Oktaven Tonraum verfügt.
Dieses Instrument z.B. das Sonor CXP (=ConcertXylophonPalisono) ist nicht nur für einen Hobbymusiker eine lohnenswerte Anschaffung. Der 3-oktavige Tonraum bietet Raum für viele interessante Spielstücke und kann den Schüler über Jahre begleiten. Das Spielfeld läßt sich nach Belieben umrüsten. Die Rosenholzstäbe können gegen Palisono- oder Metallstäbe ausgetauscht werden.
Die im Anschaffungspreis günstigeren 2-octavigen Instrumente sind für das Spiel von Volks- und Kinderliedern, sowie ähnlich eng dimensionierten Spielstücken gedacht. Als erstes Übungsinstrument ist das oben bereits genannte TAKX 300 oder das TAKM 30 sehr gut geeignet. Allerdings kann ihr kurzer Tonraum den Bedürfnissen eines ambitionierten Schülers auf Dauer nicht gerecht werden.
Wird das Instrument lediglich als Zwischenstufe betrachtet, werde ich um Empfehlung kostengünstigerer Alternativen gebeten. Das ist nicht leicht.
Die von mir favourisierte Bauform der Glockenspiele mit Tonraum c2 bis cis4 wird so nicht mehr hergestellt. Bei den aktuellen Bauformen der 2-octavigen Instrumente der Firma Sonor fehlt das cis4.
cis dis fis gis b cis dis fis gis b
c2 d2 e2 f2 g2 a2 h2 c3 d3 e3 f3 g3 a3 h3 c4
Die Preisunterschiede bei den Glockenspielen sind hauptsächlich in Anzahl und Qualität der Klangplatten begründet.
Das Sonor Tenor-Alt-Glockenspiel NG31 hat einen um 2 Stäbe verkürzten Tonraum.
cis dis fis gis b cis dis fis gis b
c2 d2 e2 f2 g2 a2 h2 c3 d3 e3 f3 g3 a3
Die Klangplatten sind 20mm breit und 2mm dick. Die Länge des Stabes hängt von der Tonhöhe ab.
Die Klangplatten des Sonor TAG25 haben dagegen die Maße 25mm x 5mm und deshalb auch ein wesentlich besseres Klangvolumen.
Ich würde dem TAG25 den Vorzug geben, weil
- der Tonraum 2 Oktaven umfaßt
- das Klangvolumen besser ist
- 2 Schlägelpaare für unterschiedliche Klangfarben im Lieferumfang enthalten sind.
Aber auch das NG31 ist empfehlenswert. Der kürzere Tonumfang ist zwar eine Einschränkung. Doch das ist für die im Vorschulalter gespielten Lieder nicht relevant.
Sopran-Glockenspiele nutze ich ausschließlich im Zusammenklang mit anderen Instrumenten. Da der Tonraum des Instrumentes (c3-c5) 2 Oktaven über der Kinder-Singstimme (Kernraum f1 - d2) liegt, sollte man es beim 1-stimmigen Liedspiel meiden.
Meiden sollte man auch die Anschaffung 1-reihiger Instrumente die nicht chromatisch nachgerüstet werden können.
Die schmalen Klangplatten der Glockenspiele verlangen eine wesentlich besser entwickelte Feinmotorik als die großen Klangplatten der Metallophone und Xylophone. Beim Spiel ist der Bewegungsraum deutlich eingeschränkt. Das behagt nicht jedem Kind. Vor der Anschaffung eines Glockenspiels , sollte man daher beobachten, wie die Kinder mit schmalen Klangplatten zurecht kommen. Schließlich soll das Üben ja Freude machen.
Konzertinstrumente
Obwohl sich die Stabspiele bereits für das Musizieren im Vorschulalter als erste Melodieinstrumente anbieten, stellen diese Instrumente sehr hohe Anforderungen an Geschick und Können. Konzertglockenspiel, Vibraphon, Xylophon und Marimbaphon finden heute in unterschiedlichsten Musikgattungen Verwendung.
Vibraphon
Als Karl Orff die Stabspiele für den Musikunterricht in der Schule entdeckte, waren diese Instrumente in der europäischen Musikszene kaum bekannt. Die erste Plattenaufnahme mit einem Vibraphon entstand 1930 mit dem Jazzmusiker Lionel Hampton. Dadurch wurde es zunächst als Jazzinstrument bekannt. Der schwebende Klang der lang anhaltend nachklingenden Metallplatten paßt aber auch zu vielen anderen Musikstilen. >Beispiel< Den berühmten "Säbeltanz" spielt Viktor Bajlukov zunächst auf einer Marimba, wechselt kurz auf eine Snare, dann zurück zur Marimba und zum Schluß auf ein Vibraphon. >guck hier< Für Orchesterschlagzeuger ist so ein "Wechselspiel" nichts Ungewöhnliches.
Der Name "Vibraphon" weist auf die Vibration des Klanges hin, die durch sich in den Resonatorröhren drehenden Scheiben erzeugt wird. Wer bei diesem Video > klick < genau hin sieht, kann die drehenden Scheiben unter den Klangplatten erahnen. Auch die Arbeit des Dämpfers läßt sich sehr schön beobachten. Mit Hilfe eines Pedals wird eine mit Filz belegte Leiste gegen die Klangplatten gedrückt. Das unterbricht den Nachklang.
Das mit dem Fuß zu betätigende Pedal fixiert den Spieler in der zentralen Spielposition. Dadurch ist der Aktionsradius gegenüber dem pedalfreien Spiel auf dem Marimbaphon eingegrenzt. Logische Folge: der Tonraum dieses Instruments wurde nicht so ausgedehnt, wie der des Marimbaphons.
Marimbaphon
Die Marimba hat in der afrikanischen und lateinamerikanischen Musik eine lange Tradition. Im Europäischen Orchester war es lange Zeit ein Exot. Virtuose Schlagzeuger entwickelten es zu einem faszinierenden Soloinstrument, auf dem sowohl moderne als auch klassische Musik gespielt wird. Inzwischen gibt es zahlreiche Transkriptionen klassischer Stücke für Marimba. Erlaubt ist, was gefällt. In You Tube findet man Videos, auf denen Solisten ihr Können zeigen. Wie wäre es mit einem Bachsolo auf der Marimba "Wer nur den lieben Gott läßt walten"? Oder einem modernen Percussionstück? Faszinierend die Präsentation der Künstlerin Naoko Takada. Bei Internet-Recherchen finde ich immer wieder neue interessante Beispiele:
Ney Rosauro
- Concerto for Marimba & Orchestra Mov. 4 (hier Klavier und Marimba)
- Concerto 1 for Marimba & Orchestra Mov 4 "Despedida"
Und hier ist ein ganzes Stabspielorchester mit Prokofiev's Piano Sonata #6. zu bewundern:
- Blue Devils Percussion Ensemble
Valse Brillante von George Hamilton Green / Arr. Bob Becker präsentiert an der Truman State University Kirksville, Missouri Xylophon-Solist ist Scott Quade (23. November 2008)
Der Solist steht zwar mit der rasanten Hauptmelodieim Vordergrund, das begleitende Ensemble ist aber für den musikalischen Gesamteindruck ebenso wichtig. Das ist auch beim Ragtime Xylophone Solo "The Ragtime Robin" von G.H. Green zu beobachten, das auf diesem Video von Shawn Savageau und dem Marimba-Ensemble 64.8 an der Universität von Alaska, Fairbanks gespielt wird.
Komponisten
Marimba-Virtuosen
Das volkstümliche Instrument entwickelte sich entsprechend der Wünsche der Musiker zu einem umfangreichen Konzertinstrument. Die größten Marimbaphone umfassen 5 2/3 Oktaven. Ein 5-oktaviges Marimbaphon beansprucht mit Dimensionen von z.B. 255cm x 104/40cm bald so viel Platz, wie ein Flügel. So ein Instrument fordert die tänzerische Beweglichkeit des Musikers geradezu heraus. Da kein Pedal bedient werden muß, kann man sich sehr frei bewegen und wandert gegebenenfalls mit Seitschritten am Instrument hin und her.
Musiker, die mit ihrer Band an häufig wechselnden Orten auftreten, verzichten zugunsten der Mobilität auf die ganz tiefen Töne und spielen auf kürzeren Instrumenten.
Weitere Informationen über Marimbaphone finden Sie im Thomann Online Ratgeber >klick<
Zur Geschichte der Marimbaphone finden Sie kurze Artikel bei Wikipedia, Udo Diegelmann und Helmut Kandert.
Auch im Marimba-Portal wird Wissenswertes um das Instrument aufgezeigt. In Interviews kommen Komponisten und Marimba-Künstler zu Wort und über die Link-Liste findet man auf viele weitere Internetseiten zu Marimba-Künstern, Komponisten, Instrumentenbauern und Malletherstellern.
Mallets
Die Wahl der Schlägel (Mallets) hat einen großen Einfluß auf den Klang der Instrumente. Deshalb haben die Schlagzeuger stets eine Auswahl unterschiedlicher Schlägel dabei und wechseln diese unter Umständen auch während eines Musikstückes.
In diesem Beispiel wird das linke Instrument mit sehr harten Schlägeln gespielt. Das erzeugt den typischen Xylophonklang. Das mittlere Instrument, ein Marimbaphon, klingt nicht nur dunkler, sondern auch weicher. (ab 1:37) Das liegt zum einen an den größeren Resonatorröhren, weil sie für einen kurzen Schwebeklang sorgen und zum anderen an den weicheren Schlägeln. Auch die Klangfarbe des Vibraphons (rechts im Bild) ändert sich, wenn man die Schlägel wechselt. In diesem Beispiel sieht und hört man, daß das Marimbaphon in der hohen Lage ebenfalls wie ein Xylophon klingt, wenn es mit den entsprechenden Schlägeln gespielt wird.
Die Herstellung von Schlägeln ist eine Wissenschaft für sich. Schlägelköpfe gibt es in verschiedensten Formen und Größen aus Materialien wie Filz, Gummi, Leder, Garn usw. Sie können aus einem Material geformt sein oder es wird ein harter Kern z.B. aus Kork, Holz oder Gummi mit Garn oder anderen Materialien umwickelt. Wie gut ein Schlägel in der Hand liegt und für welche Spieltechniken er sich eignet, ist nicht nur von Form, Gewicht und Material des Schlägelkopfes, sondern auch vom Schlägelstock bzw. Schlägelstiel abhängig.
Schlägelköpfe werden nicht nur in verschiedenen Härtegraden hergestellt. Man unterscheidet außerdem standardmäßig drei verschiedene Grundtypen von Schlägeln:
1. single-ton
Die Schlägel weisen unabhängig von der Anschlagstärke stets denselben Härtegrad auf. Die Härtegrade sind bei jedem Hersteller etwas anders und materialabhängig.
2. multi-ton
Abhängig von der Anschlagstärke steigt die Härte des Schlägels an. > kontinuierliche Härteänderung
3. 2-ton
Solche Schlägel haben zwei Härten. Die Härte des Schlägels ändert sich nicht kontinuierlich, sondern erst bei einem bestimmten Schwellwert, also einer bestimmten Anschlagstärke. > lautes Spiel - harter Schlägel / leises Spiel - weicher Schlägel
Es hängt von der Bauweise des Schlägels ab, ab welcher Lautstärke man plötzlich einen harten Schlägel hat.
Die Härteänderung eines Schlägels mittels Veränderung der Anschlagstärke, kann durch mehrlagigen Aufbau des Schlägelkopfes erreicht werden. Wenn ein harter Kern von weichem Material (Garn, Filz, Fell) umschlossen wird, dämpft dieses Material je nach Dichte und Lagenstärke das Durchschlagen des harten Kerns ab. Je kräftiger der Anschlag ist, um so stärker schlägt der harte Kern durch die weiche, dämpfende Ummantelung durch und verursacht dann bei lauterem Spiel einen härteren Klang.
Beispiele für
- Xylophon-Schlägel
- Marimbaphon-Schlägel
- Vibraphon-Schlägel
studio stennes-falter
