6-Loch Ocarinas

Seiteninhalt:

 

1. Variationen des englischen Pendant-Systems - Vergleiche

 

2. Englisches Pendant-System / English Crossfingering nach Taylor > Tonraum: None

 

3. Erweitertes englisches Pendant-System (Asian English Crossfingering) > Tonraum: Dezime

 
 

 

1. Variationen des englischen Griffsystems - Vergleiche

 

Größe und Position der vier Fingerlöcher auf der Vorderseite der Englischen Pendant Okarina wurde von vielen Okarinabauern übernommen und auch von denen, die sie mit einem "Subhole" oder durch ein Doppelloch (Aufteilung des Lochs für die 1. Stufe  1/1#) ergänzten, im Prinzip beibehalten.

 

Mit den Daumenlöchern wurde dagegen experimentiert und es entstanden verschiedene Varianten der Anordnung:

 

1. Grundform = ohne Daumenlöcher (Taylor, Langley, Riley, Voss)

2. Zwei Daumenlöcher; das kleine Daumenloch befindet sich auf der linken Seite (Taylor, Langley, Riley)

3. Zwei Daumenlöcher; das kleine Daumenloch befindet sich auf der rechten Seite (Gosselink, Oberon)

4. Die beiden Daumenlöcher sind nahezu gleich groß. (Stein ...)

5. Ein großes Daumenloch; oder anders ausgedrückt: das kleine Daumenloch wird weggelassen (Hense, ...)

 

Diese Variationen beeinflussen nicht nur die Anzahl der spielbaren Töne, sie verändern auch die Grifffolge und zwar sowohl am oberen Ende der Skala als auch beim Spielen der tiefsten Halbtöne.

 

Vorhandensein und Anordnung des kleinen Daumenlochs sind von Interesse, wenn man Melodien in D-Dur mit c# spielen möchte.

Welche Position des kleinen Daumenlochs ist dabei zu bevorzugen?

 

Grundsätzlich muss man jeden Griffwechsel erst einmal üben, bis er locker entspannt und schnell funktioniert. Aber bei manchen Griffwechseln hat man das Gefühl, dass es günstigere und weniger günstige Konstellationen gibt. Das kann aber individuell unterschiedlich sein.

Mir gelang der d-c#-Wechsel mit einer Okarina von Langley oder Taylor (kleines Daumenloch links) auf Anhieb, während ich ihn mit

einer Okarina, bei der das kleine Daumenloch rechts liegt, erst einmal üben musste. Das liegt daran, dass die Bewegung der Finger völlig anders auf die Hände verteilt ist. Ich würde deshalb aber nicht behaupten wollen, dass diese oder jene Anordnung generell besser oder leichter zu spielen ist. Ich denke, das empfindet jeder anders.

 

Eine nette Leserin meiner Artikel stellte mir Fotos von ihrer in Prag gekauften Okarina zur Verfügung. Auf der "Okarina von der Karlsbrücke" findet man das einzelne Daumenloch der 5-Loch-Okarina in der Mitte angeordnet. Somit kann man wählen, mit welchem Daumen man spielen möchte.

 

Hense bohrt das einzelne Daumenloch seiner 5-Loch-Okarina nach links versetzt. Er hat den Okarinabau von Gosselink gelernt und hält sich an dessen Erfahrungswerten. Ich greife das Loch vorzugsweise mit dem rechten Daumen, da ich sonst am oberen Ende der Tonleiter die automatisierte Griffolge umstellen müsste.

 

 

Fazit: Jeder muss seinen persönlichen Umgang mit den Okarinas finden.

 

Beispiele aus meiner Sammlung

2. Englisches Pendant-System / English Crossfingering

Schauen wir uns das Griffsystem der Englischen Pendant-Okarina einmal näher an.

 

Das von John Taylor entwickelte 4-Loch-System wurde mit 2 Daumenlöchern auf das englische 6-Loch-System erweitert.

Da eines der Daumenlöcher so klein ist, dass durch das Öffnen eine Halbton-Hebung entsteht, verfeinert dieses System das Greifen chromatischer Stufen. Dieses Griffsystem kommt also ohne halb gedeckte Löcher aus.

Der Tonraum wurde durch diese beiden Daumenlöcher bis zur None erweitert.

 

Dieses Griffsystem findet man bei den 6-Loch Okarinas der Engländer John Langley und Terry Riley. Auf ihren Instrumenten sind mit nur 6 Löchern 15 sauber gestimmte Töne spielbar. Wer das Griffsystem der englischen  4-Loch-Ocarinas beherrscht, kann diese 6-Loch-Ocarina sofort problemlos spielen. Man fügt seinen Griffen nur die dazu gewonnenen Töne hinzu.

 

Grifftabelle für 6-Loch-Ocarinas englisches System (Langley)
Grifftabelle für 6-Loch-Ocarinas englisches System (Langley)
Langley Bass-Ocarina in D
Langley Bass-Ocarina in D

Im englischen System gestimmte Instrumente: 

Langley-Ocarinas - Kunststoff-Ocarinas von ocarinaworkshop - Riley-Ocarinas ...

Die englischen Ocarinas von Langley und von ocarinaworkshop sind je nach Stimmlage auf den Grundton D oder G gestimmt. Langley-Ocarinas gelten als Konzertokarinas und eignen sich zum Ensemblespiel. Für Terry Rileys Okarinas gilt das ebenfalls. Er stimmt seine Okarinas auch noch auf andere Grundtöne wie z.B. Grundton bB.

 

 

Notenbücher

In den englischen Notenheften sind die Stücke in den zur D-Ocarina passenden Tonarten notiert. Ocarinas werden auch als transponierende Instrumente genutzt. Die Notenhefte von Richard Voss und Hans Rotter sind auf den Grundton C abgestimmt. Meine auf den Tonraum dieser Instrumente abgestimmten Notenhefte finden Sie hier: > klick <

 

 

3. erweitertes englisches 6-Loch-Pendant-System

Im WWW findet man verschiedene Grifftabellen für die 6-Loch-Pendant-Ocarinas. Einige zeigen einen größeren Tonraum an. Dort reicht die Tonleiter nicht nur bis zur None, sondern bis zur Dezime. Das ist eine Abwandlung des englischen Systems.


erweitertes Griffsystem für die englische 6-Loch-Okarina / English Crossfingering Style
erweitertes Griffsystem für die englische 6-Loch-Okarina / English Crossfingering Style


Der größere Tonraum wird durch Vergrößerung des linken Daumenlochs ermöglicht. Woher die Idee stammt, den Tonraum auf diese Weise zu erweitern, konnte ich bislang nicht ermitteln.

 

Die Änderung der Daumenlochgröße bewirkt außerdem, dass die untersten Halbtöne wie bei der englischen 4-Loch-Pendant-Ocarina mit halb abgedeckten Grifflöchern gespielt werden müssen, während man dafür auf 6-Loch-Ocarinas mit unterschiedlichen Daumenlöchern das kleine Daumenloch öffnet.

 

Vergleich der Daumenlöcher - Mozart-Ocarina Rotter - Langley Bass-Ocarina
Vergleich der Daumenlöcher - links Mozart-Ocarina von Ocarinamusic - rechts Bass-Ocarina von Langley

Zwei ähnliche Grifftabellen

Für das erweiterte englische Griffsystem findet man verschiedene Grifftabellen im www. In der 1. Version wird bei cis'' und dis'' jeweils das kleinere der beiden rechten Fingerlöcher geschlossen. In der zweiten Version benutzt man das etwas größere Fingerloch.

6-Loch Pendant-Ocarina - Grifftabelle für das erweiterte englische System
6-Loch Pendant-Ocarina - Grifftabelle für das erweiterte englische System (Version 1)
6-Loch Pendant-Ocarina - Grifftabelle für das erweiterte englische System (Version 2)
6-Loch Pendant-Ocarina - Grifftabelle für das erweiterte englische System (Version 2)

Auf meinen Ocarinas verwende ich abhängig vom musikalischen Zusammenhang sowohl die eine als auch die andere Variante, je nach dem, wie es besser klingt.

Die Intonation ist vom Blasdruck abhängig!!! Wenn der nicht stimmt, klingt die Okarina "schief".

Neue Instrumente testet man am besten erst einmal mit variierendem Blasdruck, um die Intonationsmöglichkeiten kennenzulernen und ein Gefühl für den richtigen Blasdruck zu bekommen.

 

Bei meinen Pendant-Okarinas von Stein (erhältlich bei ocarinamusic)

konnte ich beobachten, dass die Alt-Okarina (6AF-H) auch bei zu schwachem Blasdruck eine in sich stimmige Tonleiter ergibt. 

Bei der kleineren Pendant-Ocarina (eine 6AC-WY-H von Stein, Tonraum c'' bis e''') bewirkt zu schwacher Blasdruck, dass die Intonation von h'' und  ais''/b'' mal mehr mal weniger aus der Reihe tanzt.  Die Töne klingen dann im Vergleich zum Rest der Tonleiter zu hell.

Wenn man auf einer C-Ocarina in F-Dur spielt, kann man diese Abweichung korrigieren, indem beide rechten Fingerlöcher geschlossen werden. Besser wäre allerdings, insgesamt mit kräftigerem Blasdruck zu spielen. Dann sollte der Intonationsfehler behoben sein.

 

Wichtig zu wissen:

Die Temperatur der Okarina spielt bei der Intonation eine wichtige Rolle! Klingt eine Okarina zu dunkel, ist sie in der Regel zu kalt. Erwärmt man sie auf Körpertemperatur (z.B. mit einem Heizkissen) klingt sie deutlich heller als in ausgekühltem Zustand.

 

Bis man den für die Intonation richtigen Blasdruck kennt, beobachtet man seine Intonation am besten mit einem Stimmgerät und /oder übt in Begleitung eines gut gestimmten Instruments.

Im erweiterten englischen System gestimmte Instrumente

ocarinamusik vom Hersteller Stein (Import für Europa), STL-Ocarinas vom Hersteller TNG (Import für USA) ...

 

Das erweiterte English Crossfingering Griffschema findet man z.B. bei Pendant-Ocarinas des Herstellers TNG (Taiwan) die teilweise als STL-Ocarinas (USA) zu finden sind und bei den Pendant-Ocarinas von Stein (Taipei/Taiwan), die ocarinamusic nach Österreich importiert und für deutschspachige Musiker mit deutschen Unterlagen (Grifftabellen, Noten) ergänzt.

Ocarinas mit dem erweiterten Stimmsystem im Ocarinashop von Hans Rotter sind derzeit.

1. die "Mini"

2. die "Mozart-Ocarina"

3. die "Blumenokarinas"

 

Im Museum des Ocarina Musikhaus Rotter befindet sich eine große Ocarina-Sammlung der Firma Stein. Darunter auch Pendant Ocarinas. Die klingen sehr gut.

Auch andere Ocarinabauer stimmen ihre Instrumente nach dem englischen System. Welches der beiden Varianten sie benutzen, ist auf den Webseiten nur ersichtlich, wenn man eine Grifftabelle oder Fotos der Daumengrifflöcher findet.

 

sonstige Beobachtungen

Bei DanMoi habe ich auf Grundton C gestimmte 6-Loch-Ocarinas entdeckt. Den Hersteller fand ich noch nicht heraus. Auf dem Video klingt das Instrument gut und die zu beobachtenden Griffe entsprechen dem englischen System. Der von der Größe der Daumenlöcher abhängige Tonumfang ist für mich nicht ersichtlich. Getestet habe ich von diesen Instrumenten bislang keines.

 

Von den auf Grundton C gestimmten STL-6-Loch-Ocarinas. habe ich bis jetzt auch noch keine getestet. Die komplette Produktserie findet man zZt. nur im amerikanischen Online-Shop. STL (St. Louis) importiert die Instrumente den Modellen nach zu urteilen hauptsächlich von TNG. STLO entwarf bereits verschiedene eigene Okarina-Designs und gab dann deren Produktion bei Okarinabauern in Auftrag.

 

Notenbücher

In den englischen Notenheften sind die Stücke in den zur D-Ocarina passenden Tonarten notiert. Ocarinas werden auch als transponierende Instrumente genutzt. Die Notenhefte von Richard Voss und Hans Rotter sind auf den Grundton C abgestimmt.

Meine auf den Tonraum dieser Instrumente abgestimmten Notenhefte finden Sie hier: > klick <

Auf das English Crossfingering Stimmsystem bauen verschiedene Erweiterungen auf, die die gewohnten Griffe ergänzen.

(Kurzbeschreibungen in der Grifftabellensammlung)

> 6-Finger/8-Loch-System von "Earthsong Ocarinas"

> 7-Finger/8-Loch System > Plastik-Okarina bei STL-Ocarina

> 8-Finger/8-Loch System > Pendant Ocarina with Maximized Range

> Doppel-Pendant-Okarina

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