Gefäßflöten - Ocarina, Birnenmusi & Co

(c) E. Stennes-Falter

 

Gefäßflöten aus Ton wurden schon vor mehreren Jahrtausenden gebaut. Die ältesten Funde stammen aus China und Südamerika. Man trifft sie in vielfältigen Formen an, die von einfachen Gefäßen bis zu kunstvoll geschmückten Figuren reichen. Diese Instrumente werden auch aus anderen Werkstoffen wie Holz, Kürbis, Metall und Kunststoff hergestellt.

 

Gefäßflöten kann man als gedackte Pfeifen betrachten.

 

Klassifikationsmerkmale

- Schnabelmundstück / Anblasloch (mit/ohne Kernspalt)

- Anzahl der Grifflöcher

- lineare Lochreihe in verschiedenen Varianten / ovale Anordnung der Löcher

- einfache Gefäße / Doppelgefäße / Dreifachgefäße

 

 

Gefäßflöten Gefäßflötensammlung Studio Stennes-Falter

Bezeichnungen

Instrumente mit Kernspalt

- Birnenflöte / Birnenmusi

- Kiokioka (Madagaskar)

- Ocarina / Okarina

- Tonflöte

 

Instrumente ohne Kernspalt

- hsuan (China) (unter diesem Namen im Internet kaum auffindbar)

- Xun (China) (Wikipedia) (verschiedene Formen)

 

 

Ocarina

 

Ocarinas mit Kernspalt sind blockflötenartig angeblasene Gefäßflöten. Sie können sowohl länglich als auch rund oder figural geformt sein. Allen gemeinsam ist das Schnabelmundstück, das den Luftstrom auf die scharfe Anblaskante leitet.

Der Tonraum hängt einerseits von der Gefäßgröße, andererseits aber auch von Anzahl, Formgebung und Anordnung der Grifflöcher ab. Aus Anordnung und Größe der Grifflöcher ergeben sich unterschiedliche Griffsysteme.

 

 

Auf länglichen Instrumenten mit linearer Anordnung der Grifflöcher ähnelt das Griffsystem dem einer Blockflöte. Auf der Homepage der italienischen Ocarina di Budrio kann man sich eine Grifftabelle ansehen: > klick <

Für das Ensemblespiel werden solche Instrumente in verschiedenen Tonlagen gebaut. Okarina-Spieler bewahren ihre Kollektion in speziellen Koffern auf.

Instrumentensatz im Koffer

 

 

Auf runden Instrumenten, deren Löcher unterschiedliche Durchmesser haben, erreicht man durch unterschiedliche Kombinationen der verschiedenen Lochgrößen mit nur geringer Lochzahl eine Tonleiter mit mehr Tönen, als es die Anzahl der Löcher erahnen läßt. Das hängt damit zusammen, daß die Grifflöcher bei runden Instrumenten bis zu einem gewissen Grad in freier Folge bespielt werden können. Was damit gemeint ist, wird deutlich, wenn man z. b. eine runde, gleichmäßig geformte 4-Loch-Okarina austestet, deren Löcher alle gleich groß sind. Es ist völlig egal, welches der Löcher man öffnet und schließt. Es erklingt stets das gleiche Intervall. Öffnet und schließt man 2 Löcher gleichzeitig, wird das Intervall entsprechend größer. Welche Löcher man kombiniert, ist unter diesen Voraussetzungen wiederum gleichgültig. Auf solchen Instrumenten wird der Ton also unabhängig von der Position der Löcher lediglich von der Anzahl der freien Öffnungen bestimmt.

 

Auf einer Okarina mit unterschiedlich großen Löchern verhält sich das ganz anders. Auch hier kann jedes Loch unabhängig von seiner Position gespielt werden. Da jedoch die Größe des Loches das Intervall bestimmt, das beim Öffnen und Schließen erklingt, ist es nun nicht mehr gleichgültig, welches Loch geöffnet wird und wie man sie miteinander kombiniert. So erklingt, auch wenn nur 1 Loch geöffnet wird, durch Lochwechsel bereits eine Tonleiter. Die Kombination verschiedener Lochgrößen erzeugt weitere Intervalle.

 

 

Beispiele

 

2 unterschiedliche Löcher

- große Secunde

- kleine Terz

Tonleiter:

Grundton (1) -  goße Secunde (2) - kleine Terz (b3) - Quart (4)

 

2 gleich große Löcher

Tonraum reduziert sich auf eine dreistufige Leiter:

- große Secunde (2x)

Tonleiter

Grundton (1) - große Secunde (2) - große Terz (3)

 

4  Löcher

Alle Löcher erzeugen einzeln jeweils dasselbe Intervall:

- große Secunde (4x)

Bei meiner winzigen unregelmäßig geformten Vogel-Ocarina wirkt sich die Position der Löcher bei der Kombination auf das Intervall aus. Dadurch ergibt sich folgende

Tonleiter

Grundton (1) - große Secunde (2) - kleine Terz (b3) - große Terz (3) - Quart (4) - verminderte Quinte (b5)

 

 

Während die Stimmung volkstümlicher Instrumente teilweise dem Zufall überlassen wird, haben für das Ensemblespiel gedachte Konzert-Ocarinas einen klar definierten Tonraum. Zum Teil sind sie auch mit einer Stimmvorrichtung ausgestattet.

 

 

 

Double-Ocarina

Doppel-Ocarinas enthalten zwei Luftkammern. Sie können identisch geformt sein, so daß man darauf sowohl einstimmig mit leichten Schwebungen als auch zweistimmig musizieren kann >klick<. Andere Double-Ocarinas sind mit unterschiedlichen Kammern ausgestattet, deren Tonleitern sich ergänzen. Die Anblaskanäle liegen im Mundstück solcher Instrumente nebeneinander und können sowohl gleichzeitig, als auch wechselweise angeblasen werden.

 

Beschreibung der verschiedenen Grundformen: klick

 

- Hind Musical Instruments: Improvisation auf einer hölzernen Double-Ocarina - STLOcarina.com - Double-Ocarina.com - Doppelokarina - Doppelokarina-Sammlung - Rare Earth Flute -

 

 

 

Triple-Ocarina

Bei der ersten Begegnung mit diesem Instrument fallen einem sofort die breite Form und die vielen Löcher auf: Tripelocarina auf dem Okarinafestival 2008 in Bludenz  und es drängt sich die Frage auf, wie so ein Instrument funktioniert.

Die Triple-Ocarina enthält drei verschiedene, einzeln anblasbare Luftkammern. Die Tonleitern der Luftkammern ergänzen sich. So ist der Tonumfang dieser Instrumente erstaunlich groß. In den Händen eines Könners entpuppt es sich als klangvolles Konzertinstrument.

 

- Ungarischer Tanz auf der Triple-Ocarina

 

Hier kann man das Instrument von allen Seiten betrachten. Auf der Abbildung der Unterseite sind die drei Öffnungen der Luftkanäle und die drei Anblaskanten gut zu erkennen.

 

- Triple-Ocarina bei Singbird Ocarina

 

 

 

interessante Links

Informationen

- Wikipedia / Wikipedia engl

- Ocarina.de

- ocarinamusic.com

- Ocarinatypen - italienische Ocarina

- Ocarinasammlung greenverdugo

- Ocarinasammlung Chu Po Ming

 

 

 

Bauanleitung

- ocarina.at (Geschichte, Bauanleitung u.a.m.)

- Werkstatt für Tonflöten und Trommelbau

- Bauanleitung

 

 

 

zugeschaut

- eine Möhren-Ocarina entsteht

- auf Händen "Ocarina" spielen

 

 

 

Hersteller

Handwerklich und künstlerisch orientierte Ocarinabauer entwickeln bei der Gestaltung ihrer Instrumente eine ganz persönliche Note.

 

- Langley Ocarinas (einstimmige und zweistimmige Instrumente)

- Okarinawerkstatt Steiermark

- Ocarina Werkstatt Johann Rotter

- Peter Sloan

- wooden ocarina

- Hind-Ocarina

- Ocarinas von Kurt Posch

- Clayzeness Whistleworks

- Werkstatt für Tonflöten und Trommelbau

 

 

- Impressionen vom Okarina Festival - stimmbare Okarinas - drei Vögel - ein Vogel  - 

 

 

shops

Diese Online-Shops sind keine Empfehlung. Sie sollen lediglich die interessante Vielfalt dieser Instrumentenart aufzeigen.

 

- Ocarina-Shop.de

- Musikhaus Korn

- Ocarinas aus Peru von Inkashop

- Ocarinas aus Peru von Picaflor

- Ocarina Rohling selbst zu bemalen

- Carousel-Music.com/Ocarinas (Peru, China u.a.)

- World of Ocarina

- hölzerne Ocarinas und Knochenflöten

- Traumkraft

- Doppelocarina aus Holz

- Triple-Ocarina bei Singbird Ocarina

- Okarina - Preisvergleich


 

 

Ocarina-CDs

entdeckt bei

- Musikkeller

 

Ocarina-Konzerte

- fl-oca.com